Leitbild und Pädagogisches Konzept

 

Leitbild

Evangelische Schulen arbeiten im christlich geprägten pädagogischen Kontext und verbinden Lernen und Leben in einzigartiger Weise: es geht zuerst und vor allem um den zu bildenden jungen Menschen zu einer gelingenden Lebensführung, die Weltoffenheit und Gottoffenheit in gleicher Weise fördert, damit ganzheitlich ansetzt, so junge Menschen auf ihren Weg durchs Leben vorbereitet – im Gelingen zufrieden und im Scheitern resilient.

Hier finden Sie unser ausführliches Leitbild:
Leitbild des Evangelischen Schulzentrums Michelbach

 

 

Pädagogisches Konzept des Ev. Schulzentrums Michelbach

1. Christliches Menschenbild

Ausgehend von der Überzeugung, dass der Mensch Teil der göttlichen Schöpfung ist, gewinnt der Mensch als Ebenbild Gottes seinen besonderen Schutz. Die Würde des Menschen ist einzigartig und unersetzlich und ist Grundlage jeglichen menschlichen Miteinanders. Die Pädagogik an unseren Schulen weiß sich diesen Zusammenhängen verpflichtet.

Die Würde des Schülers ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Grundlage jeglicher schulischer Maßnahmen.

Die Würde der Mitarbeiter der Schule ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Grundlage jeglichen schulischen Miteinanders (frei nach Artikel 1 des Grundgesetzes).
Wir sind als freie Christen verantwortlich für unser Tun. Wir wissen aber auch, dass wir als unvollkommene Wesen auf die Hilfe und den Schutz Gottes bauen dürfen.
Ausgehend von diesen Grundüberlegungen versuchen wir, dem schulischen Alltag immer wieder neu gerecht zu werden.

2. Unsere Konsequenzen daraus

Alle Schüler sind einzigartig und in ihrer Persönlichkeit sehr verschieden. Unsere Pädagogik hat sich deshalb an Schülern zu orientieren, deren Leistungsfähigkeit nicht auf alle Zeiten festgelegt ist, sondern steten Schwankungen unterworfen ist. Entsprechend muss neben lehrerzentrierten Unterrichtsverfahren besonders auf Unterrichtsformen geachtet werden, die dem individualisierten Lernen seine gebührende Beachtung schenkt: Freiarbeitsformen, offene Unterrichtsformen, Referate, eigenes Recherchieren usw. Alle pädagogischen Überlegungen, die individuelle Entwicklungen und Fortschritte erleichtern, verdienen eine besondere Beachtung.

Alle Schüler entwickeln ihre Begabungen und ihre Bildung in einem sozialen Rahmen. Deshalb hat auch die Schule die Aufgabe, die Schüler in einem sozialen Kontext zu fordern. Sie entwickeln ihre Persönlichkeit nur in einer fruchtbaren Auseinandersetzung untereinander und im Miteinander mit ihren ihnen verantwortlichen Lehrern.

Die Schüler werden deshalb schon früh in die Verantwortung für die Gemeinschaft mit eingebunden, um ihnen damit die Chance zu geben, ihre Persönlichkeit zu entwickeln, sich anzunehmen und als verantwortliche Menschen zu mündigen und engagierten Bürgern heranzuwachsen. Nach dem Mentorenkonzept der Schule übernehmen ältere Schüler Betreuungsaufgaben für die Jüngeren in der Lernwerkstatt, als Streitschlichter, als Begleiter beim Mittagessen, beim Sport und bei der Musik, in den Workshops, im Internat, usw.

3. Die Polis Schule

Eine Ganztagesschule und ein Internat sind in besonderem Maße der Herausforderung verpflichtet, Formen des Miteinanders unter eigenverantwortlichen Gesichtspunkten zu suchen, da die Schüler durch die längere Schulzeit in besonderem Maße geprägt werden. Dabei spielt das Menschbild eine wichtige Rolle, dem die Rahmenbedingungen der schulischen Organisation entsprechen müssen. Die demokratischen Beteiligungsrechte an der Schule werden erst dann ihrem Anspruch gerecht, wenn sie nicht nur als Spielwiese gesehen werden müssen.

Deshalb haben sich die Schüler eine SMV-Satzung gegeben, die konsequent versucht hat, Elemente einer parlamentarischen Demokratie als Schülermitverantwortung einzuführen.
Die Schülersprecher werden auf einer Schülervollversammlung direkt gewählt. Die jeweiligen Gruppierungen der Schule, Unter-/Mittel-/Oberstufe bzw. die Vertreter der verschiedenen Schulen werden ebenfalls von ihrer Klientel direkt bestimmt.

Es gibt Abwahl- und Nachwahlregelungen, Satzungen und dgl..
Die Finanzen müssen eigenverantwortlich verwaltet werden, … .
Gleichzeitig sind die Schüler in der Schuko (Schulkonferenz) bzw. Interko (Internatskonferenz) ebenso wie die Eltern und Lehrer mit einer Drittelparität vertreten. Damit werden sie auch für die gesamte Schule in die Pflicht genommen.
Im Internat sind sie darüber hinaus im Heimkonvent und Diszplinarausschuss in wichtige Entscheidungen paritätisch eingebunden.

4. Die Wertevermittlung

Ausgehend von den oben genannten Grundüberlegungen fühlen wir uns der christlichen Botschaft verpflichtet. Wir sehen uns als diakonische Schulen, die dies in ihrem praktischen Tun und ihren inneren Werten deutlich werden lassen wollen.

Das Michelbacher Modell im unterrichtlichen Teil der Schule mit seinen drei Profilen: Musik, Diakonie/Soziale Arbeit, Naturwissenschaft/Technik/Religion, versucht zentrale Lebensäußerungen des christlichen Glaubens im Unterricht konkret werden zu lassen. In der Auseinandersetzung mit musischen Werten, mit Fragen der Fürsorge und Nächstenliebe, mit dem Doppelgesicht der gentechnischen Veränderungen sollen zentrale Zukunftsfragen gestellt, aber durch ihren hohen praktischen Anteil auch persönlich und emotional erfahrbar werden. Erst durch das Zusammenspiel von Schule und Freizeit, von Verantwortung und Muße gewinnt der diakonische Ansatz seine Glaubwürdigkeit.

Eine diakonische Schule lebt auch von ihren religiösen Lebensäußerungen. Wir haben uns bewusst für die Tischgemeinschaft beim Mittagessen entschieden, obwohl uns bewusst war, dass wir uns damit einer besonderen Verantwortung stellen müssen. Viele Schüler kennen nicht mehr gemeinsame Mahlzeiten im Alltag. Tischgebet, gesittete Umgangsformen und persönliche Rücksichtnahme sind längst nicht mehr selbstverständlich.
In der Unterstufe haben wir uns für das Modell des Morgenkreises als Wochenanfang entschieden. Wir wollen dadurch etwas Ruhe und Nachdenklichkeit in den hektischen Wochenanfang hineinbringen. Die Woche soll etwas strukturiert werden. Christliche Rituale sollen den Blick für andere Inhalte und Werte öffnen. Der Tagesanfang soll durch den jeweiligen Fachlehrer mit einem Besinnungselement besonders gestaltet werden.
Regelmäßige Gottesdienste über das Kirchenjahr hinweg, ebenfalls regelmäßige Andachten, sollen das Schuljahr strukturieren helfen und die Schüler in eine lebenslange Auseinandersetzung mit den Grundfragen des Lebens hineinzunehmen.

Durch eine bewusste Stärkung der Rolle der Schüler sollen sie auch zu einer eigenen Entscheidung hingeführt werden, welchen Werten sie sich verpflichtet wissen. Es stellt sich hier die Frage der Persönlichkeitsbildung.

Unsere Mitarbeiter an der Schule sind bereit, durch ihr persönliches Vorbild dazu beizutragen, dass sich die Schüler nicht an einem Bauchladen mit verschiedenen Lebensentwürfen bedienen sollen, sondern dass sie sich an einem christlichen Lebensentwurf der Mitarbeiter reiben und damit auseinandersetzen, und sich dadurch entscheiden lernen.

Wir hoffen, dass unser Schulklima etwas von einem besonderen Umgangston spüren lässt, das das Gegenüber in seiner Einmaligkeit ernst nimmt.