Unbegleitete minderjährige Ausländer

Ich bin ein Fremder gewesen

                                                                       und ihr habt mich aufgenommen (Mt. 25,35)

Seit 2016 betreuen wir Flüchtlinge in unserer Schule in einer VKL-Klasse. Unbegleitete minderjährige Ausländer (umA) wohnen im Internat. Unser Ziel ist, Flüchtlinge, die in ihrer Heimat bereits beschult worden sind und die die lateinische Schrift beherrschen, zu einem qualifizierten Schulabschluss (externer Hauptschulabschluss, Realschulabschluss oder Abitur) zu führen. Dazu werden die Flüchtlinge möglichst altersgemäß in Klassen aufgenommen, in denen sie weitgehend am Fachunterricht teilnehmen. Unsere breite Palette schulischer Angebote bietet dafür ideale Voraussetzungen: Neben der Realschule und dem Gymnasium bietet das Aufbaugymnasium auch deutschen Schülern die Möglichkeit einer Schullaufbahnkorrektur um Defizite in der Schullaufbahn zu beheben.
Neben dem Unterricht in der Regelklasse gibt es Förderunterricht in der VKL-Klasse in Deutsch und Methodenkunde. Dafür wurde mit Frau Meseci eine Lehrerin angestellt, die in diesem Bereich über breite Erfahrung verfügt. 8 unserer Flüchtlinge haben so am Ende ihres ersten Schuljahres das B2-Diplom in Deutsch erworben. Daneben gibt es das Fach „Kultur“  (ein Fach, das Inhalte aus Geschichte, Gemeinschaftskunde und europäischem Allgemeinwissen kombiniert). Sonderförderung in Naturwissenschaften und Englisch besteht in der betreuten Studienzeit im Internat und durch Nachhilfelehrer. Die Flüchtlinge werden so zunehmend schulisch in die Normalklassen integriert. In der Kursstufe des Gymnasiums wird dann nur noch in der jeweiligen Fachsprache gefördert.
2017 legten 2 Flüchtlinge den externen Hauptschulabschluss ab (als erste Flüchtlinge im Landkreis Schwäbisch Hall überhaupt). 3 unserer umAs haben inzwischen eine Lehre aufgenommen.

Die umAs wohnen in den Internatsgruppen zusammen mit den anderen Schülern. Hier müssen sie sich im Alltag auf deutsch verständigen. Das gemeinsame Wohnen ist uns auch wichtig, damit keine Sondersituation für die Flüchtlinge entsteht wie sie sonst in Wohnheimen. Im Internat können sie an allen Gemeinschaftsaktionen teilnehmen, besonders beliebt sind der abendliche Kick auf dem Hartplatz hinter dem Schloss, das wöchentliche Lehrer – Schüler – Volleyball und der Kraftraum.
Um die Flüchtlinge ganzjährig betreuen zu können, haben wir unser Internatskonzept erweitert und zusätzliche BetreuerInnen eingestellt.
Auch die Küche musste umstellen und bietet inzwischen immer mindestens 1 Essen an, das von allen gegessen werden kann.
Spontan hat sich eine Schülerpatengruppe gebildet, die sich in ihrer Freizeit um die Flüchtlinge kümmert. Unsere Paten werden in speziellen Seminaren für ihre Aufgabe weitergebildet, damit sie beispielsweise bei Konflikten zwischen Flüchtlingen und Einheimischen vermitteln können. Dazu gab es bisher glücklicherweise keinen Bedarf.
Aus der Elternschaft und aus der Gemeinde Michelbach gibt es Unterstützung für einzelne umA´s bis hin zu gemeinsamen Aktionen in den Ferien oder Begleitung bei Arztbesuchen und bei der Suche nach Praktika.
Die Mitarbeiter in Schule und Internat, das Kollegium, die Schüler und Eltern tragen das Projekt gemeinsam und entwickeln so eine neue Schulkultur.
Wir werden auch von unserem Schulträger unterstützt und begleitet. Seit dem Schuljahr 2017 / 2018 wurden wir für unser gutes Konzept in ein Sonderförderprogramm der Schulstiftung der Evangelischen Kirche in Deutschland aufgenommen.

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