Abi-Vorspiel des Musik-LKs im Michelbacher Schloss: Klein, aber so was von fein…

Draußen klirrende Kälte an diesem Sonntag im Februar. Drinnen gemütliche Wärme beim Abiturvorspiel des Musikleistungskurses im vollbesetzten Andachtsraum des Michelbacher Schlosses. Die beiden Solistinnen waren schließlich in der Hohenloher Musikwelt und der musischen Schulgemeinschaft des ESZM nur allzu bekannt.

Mit nur zwei Schülerinnen, Filippa Stähle und Eva Eggert, dürfte dieser Leistungskurs Musik in der Geschichte Michelbachs wohl der kleinste gewesen. Umso größer natürlich auch der Druck auf die beiden Musikerinnen, deren Aufregung jedoch rasch verflog. Schließlich ist Filippa schon eine Weile eine feste Säule als Solistin beim alljährlichen Musical, an dem auch Eva Eggert an Klavier und Horn immer wieder zeigt, wohin musikalische (Aus-) Bildung im besten Fall führen kann.

Kein Wunder also, dass die beiden mit einem Stück aus dem Musical „Prom“, das Ende März zur Aufführung in der Rudolf-Then-Halle kommt, gemeinsam mit Musiklehrer Friedrich Veil zusammen das Vorspiel eröffneten: „When a challenge lies ahead and you are filled with dread and worry…“

Die anfängliche Aufregung der beiden Nachwuchsmusikerinnen verflog jedoch schnell. Filippa Stähle blieb dem Genre zunächst mit einem echten Klassiker treu. Bei Andrew Loyd Webbers "Wishing you were somehow here again" aus "Das Phantom der Oper" zeigte sich schnell, dass sich ihre Stimme inzwischen durch einen beeindruckenden Umfang auszeichnet. Dass Filippa beim Musical nicht nur das Singen, sondern auch das Schauspielern gelernt hat, war offensichtlich. Jedes Lied performte sie mit einer überzeugenden Wandlungsfähigkeit. Die Leere nach einer Trennung wie im französischen Song "Je suis malade" von Lara Fabian erfühlte sie dabei genauso wie die schmerzhafte Schuld, einen Freund zurückzuweisen, in "Je ne t'aime pas" des Komponisten Kurt Weil.

Jedes Musikabitur beinhaltet auch Pflichtstücke, die zum Prüfungsprogramm gehören. Nicht immer sind diese bei den Abiturientinnen beliebt. "Ich möchte nur darauf hinweisen, dass ich dieses Stück nicht ausgesucht habe“, mit diesen Worten leitete die Kursstufenschülerin den Vortrag des Irish Folksongs von Benjamin Britten ein. Die Höhe der Stimmlage, die Filippa dabei meistern und halten musste, war dennoch beeindruckend. Spätestens nach ihrem Abschlusssong "I don't mean a thing" von Jazzlegende Duke Ellington hatte sie die Zuschauer mit ihrer Energie und ihrem kraftvollen Vortrag für sich gewonnen.

Bescheiden und eher zurückhaltend in ihrem Auftritt nahm hingegen Eva Eggert ihren Platz am Klavier ein, ordnete die Partitur des vor ihr liegenden "Allegrettos" von Beethoven (Opus 14, Nr. 1), atmete tief durch und schlug den ersten Ton an. Eva schaffte es beinahe mühelos, dem Stück Ausdruck zu verleihen, und mit sicheren Händen fehlerfrei durch die komplizierte Partitur zu gleiten. Auch diese Nachwuchspianistin hatte ihre musischen Vorlieben: „Das nächste Stück habe ich gewählt. Es heißt „Im Nebel“ und ist vom tschechischen Komponisten Janacek.“ Kurz darauf kroch mit den Klavierklängen auch schon der musikalische Nebel aus den tschechischen Wäldern in den Michelbacher Andachtsraum. Ihr Solovorspiel schloss Eva stimmig mit der verträumten und virtuos gespielten "Morceaux de Fantasie" von Rachmaninow ab.

Ihr vielfältiges Talent zeigte Eva Eggert aber ganz besonders als Friedrich Veil und die beiden Schülerinnen zum Abschluss „Bohemian Rhapsody“ von Queen anstimmten. Vierhändig am Klavier ging es los. Filippa übernahm den Gesang und während das Publikum freudig zu klatschen begann, wechselte Eva zum Horn und schloss ihre Darbietung mit einem äußerst anspruchsvollen Solo am Blasinstrument ab.

Kursleiter Friedrich Veil platzte beinahe vor Stolz als er nach stürmischem Applaus vor das Publikum trat. Er hatte für seinen besonderen Kurs noch ein paar Schüttelreime parat und beendete das Konzert schlicht mit dem Vers: „…ein wunderbarer Musikkurs zu zweit, das war ne tolle Zeit.“ Ein tolles Konzert war es auch.
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