Forscherpfad 2: Rund um Michelbach – Rund um Wolle

Die Klasse 5g besucht eine kleine Schäferei in Michelbach

Endlich raus! Die Sonne lacht am Frühlingsbeginn, die Klasse 5g eilt im Rahmen der Forscherwerkstatt über die Michelbacher Wiesen Richtung Waldrand. Noch ist aufgeregtes Geschnatter und Rufen zu hören, doch je näher sich die Klasse ihrem Ziel nähert, desto deutlicher werden die Ansagen der beiden Lehrerinnen Frau Hecker und Frau Lueg, dass die Schafherde, die heute besucht werden soll, Ruhe gewöhnt ist. Jetzt heißt es also ruhig sein. Eine schwierige Übung. Vorbildlich wandern die Kinder zur kleinen Schäferei.

Jakob Raidt, der in der Landschaftspflege tätig ist, sowie seine Mutter Ulrike Haußer-Raidt, die ihn tatkräftig in der Schäferei unterstützt, empfangen die Schulklasse an der kleinen Scheune mit Schafstall. Erstaunlich! Die zehn Schafe weiden noch immer etwas oberhalb friedlich in ihrem Pferch auf der Weide und haben sich von dem lebhaften Besuch nur ein ganz klein wenig erschrecken lassen.

Wissbegierige Kinder erhalten von den beiden Schäfern Antworten aus erster Hand. „Wie viel Wolle gibt ein Schaf? Weshalb werden Schafe gehalten? Wie hält man Schafe?“ Schnell wird allen bewusst, dass die Schafhaltung in unserer Gegend tief verwurzelt ist und entscheidend zu dem heutigen Landschaftsbild beigetragen hat. Schafhaltung regt die Kreisläufe der Natur nachhaltig und ökologisch an. Die Landschaft wird vor der Verwilderung geschützt, die natürliche Düngung kräftigt den Boden, die Vielfalt der Flora und Fauna auf den Weideflächen wird gefördert. Die Schafherde in Michelbach besteht aus vier verschiedenen Haustierrassen, die vom Aussterben bedroht sind. So leistet die Schäferei auch einen wertvollen Beitrag zum Schutz der alten Schafrassen.

Die Kinder sind begeistert vom unterschiedlichen Aussehen der Schafe, sie erleben deren individuelle Charaktere und die Unterschiede zwischen den Alpinen-, Krainer-, Schwarzkopf-, und Waldschafen, jedes trägt einen Namen und besonders Schaf Lise ist der Liebling. Lise zeigt sich erstaunlich neugierig und folgt der Schäferin auf Schritt und tritt, auch wenn Lise immer wieder in Erinnerung ruft, dass sie trotz aller Zutraulichkeit ein Herdentier geblieben ist.

Es bleibt nicht nur beim Blick in den Schafstall, nein, die Kinderschar erobert im Nu den Stall und darf ausprobieren, wie es sich im Heu der Schafe tummeln lässt. Das muss ein herrliches Schafleben sein!

Die Kinder erleben, wie viel Fürsorge und Liebe Schäfer und Schäferin ihren Schafen zukommen lassen. Dass die Schafhaltung eine große Verantwortung und Mühe abverlangt, das spüren die Kinder am eigenen Leib. „Wer ist stark? Wer kann den großen Wasserkanister auf die Weide schleppen?“ Eifriges Bemühen!

Umgekehrt eröffnet der Umgang mit den Tieren eine ganz persönliche Lebensbereicherung. Die Kinder werden sensibel für die Natur, indem sie selbst die Zusammenhänge zwischen Mensch, Tier und Natur nachvollziehen. Die Wertschätzung für diese wundervolle Arbeit in und mit der Natur ist ganz und gar in den Kindern gewachsen.

Noch mehr Einblicke in die Schafhaltung kann man bei einem Besuch auf dem Biohof Gutso in Gaildorf-Reippersberg bekommen. Die Mutterschafe bekommen zur Zeit ihre Lämmer und man kann im dazugehörenden Hofladen Biogemüse aus dem eigenen Feldanbau erstehen. Könnte das ein vorösterlicher Ausflug für Sie sein?
Einfach nachschauen und sich auf den Weg machen: www.eigengut.de

Text und Fotos: Christiane Lueg

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